Was die Trockenheit für uns bedeutet

Die Trockenheit prägt diesen Sommer, wie kaum etwas anderes. Viele sind sich der Notsituation bewusst. Hier möchten wir Ihnen einen Einblick geben, welche Herausforderungen die Trockenheit für uns, als Landwirte mit sich bringt.

Im Weinbau gibt es einen kleinen, aber gesunden Jahrgang, und das ohne den Einsatz von Kuper. Abgesehen von wenigen abgestorbenen Jungreben kommen die Reben mit der Trockenheit gerade noch zurecht. Beim Getreide waren die Erntezeitpunkte dieses Jahr massiv verfrüht und es gab durch das bereits trockene Frühjahr nur mässige Erträge. Die Trockenheit trifft uns aber in keinem Bereich so hart, wie bei den Mutterkühen.

Unsere Mutterkuhherde verbringt das Sommerhalbjahr auf den Weiden, während wir auf anderen Wiesen heuen. Weil dieses Jahr auf den Weiden kaum Gras nachwächst, müssen die Tiere jene Flächen abgrasen, die eigentlich für die Produktion des Wintervorrats vorgesehen waren. Diese Ausweichmöglichkeit hilft, doch ist der Heustock noch lange nicht gefüllt und somit wirkt die Trockenheit gleich mehrfach. Hält sie an, sind wir sogar gezwungen unser Winterfutter bereits im Sommer zu füttern.

Als Konsequenz des halbvollen Heustocks müssen wir nicht nur Jungrinder, sondern auch Kühe schlachten, da wir nicht die ganze Herde durch kommenden Winter füttern können. Das sind schwierige Entscheidungen, denn wir lieben unsere Tiere und es fällt uns schwer, uns von ihnen zu trennen.

Wir möchten mit diesen Zeilen nicht jammern, sondern zeigen, welche Auswirkungen ein trockener Sommer auf unseren Weidebetrieb hat und wie stark die Lebensmittelproduktion von einer funktionierenden Natur abhängig ist.